8. Backeswanderung – eine Wanderung mit ganz viel Geschmack

Tolles Wanderwetter lockte über 50 Teilnehmer zur mittlerweile 8. Backeswanderung an den Bahnhof von Westerburg, wo schon von „Macher“ Martin Rudolph ein kleiner Stand für die Anmeldung, aber auch für das erste „Wanderfeuer“ aufgebaut wurde. Dabei handelte es sich um „Hochpronzentiges“: einem „Wegweiser“ (Pflaumenbrand mit Frucht) und einem „Meilenstein“ (Kümmel mit Rum) – zwei Westerwälder, welche von den vielen Wanderern aus nah und fern gerne angenommen wurde. Oder auch nicht, wie eine Wanderin mit den Worten „schroo Gescherr“ anmerkte.

Gershasen war das Ziel

Nach einer kurzen Begrüßung durch Wanderführer Willi Kachler vom Westerwaldverein wurde die 7,5 Kilometer lange Strecke bekannt gemacht. „Wir müssen neue Strecken gehen“, war im Vorfeld von Willi Kachler zu erfahren. Dies bedeutete für die Teilnehmer, dass es in diesem Jahr in Richtung „Backesdorf“ Gershasen ging. Von hier aus hätte man einen tollen Blick – „wie im Schwarzwald ins Hessenland“, wenn nicht der stärker werdende Nebel gewesen wäre. Von dort aus in Richtung der neuen Windräder und anschließend zum Westerwaldsteig in Richtung Kölbingen. Unterwegs „wartete“ ein heißer Apfelpunsch mit Saft von Westerwälder Streuobstwiesen bei einer kurzen Rast.

Startschuss fiel bereits zwei Tage vorher – logisch!

Mit dem Start der Wandergruppe war aber nicht der Startschuss für diese Backeswanderung gegeben, der schon zwei Tage vorher getätigt wurde. Denn es musste das Backes in Gershasen angeheizt werden, um später die leckeren Backesbrote für die Wanderer zu backen. Auch hier hatte Martin Rudolph wieder ein erfahrenes Team von „Backesfrauen“ zur Hand, die entweder den Backesofen mit Buchenholz „fütterten“ oder aber auch den „Backes“ als Endstation der Backeswanderung herrichteten. In diesem Jahr wurde auf das im Westerwald beliebte Backesbrot zurückgegriffen, „nachdem wir in den vergangenen Jahren immer mal andere Brotsorten hatten“.

Backesbäcker Bernd Müller von der Bäckerei Seekatz sorgte für den fachlichen Teil, indem er den Teig aus 80 Prozent Roggen- und 20 Prozent Weizenmehl produzierte. Die Backesfrauen sorgten in dieser Zeit für die notwendige Hitze im Ofen: „Nach Gefühl bis die Tuffsteine im Ofen ungefähr 250 Grad haben“. Dann lag es an Hildegard Menges, die Brote „einzuschießen“, was in diesem Fall bedeutete, dass sie die Brote mit einem Schieber in den Ofen schob.

Wieder dabei: der „Griesplatz“, das Brot der Adligen

Als Spezialität gab es in diesem Jahr auch wieder die 750-Gramm schweren „Griesplatz“, ein Weizenbrot, das früher dem Adel vorbehalten war, weil hierfür nur der wertvolle Kern eines Weizenkorns genutzt wurde. Beide Brotsorten wurden dann in große Regale sortiert. Die Wanderer kehrten nach der Wanderung ein und wurden wieder reichlich mit Hausmacher-Wurst auf Backesbrot und heißem Kaffee empfangen. Die Backesbrote waren vorbestellt, sodass jeder mit einem oder zwei Broten im Gepäck den Rückweg zum P+R Platz am Bahnhof Westerburg antreten konnte. Gemeinsam mit dem Team der Backesfrauen und dem Wanderführer wurde noch an diesem Nachmittag beschlossen, die 9. Backeswanderung auf Samstag, den 7. Januar 2017 zu legen. Ganz eifrige Wanderer können sich jetzt schon bei der Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) anmelden.

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