@coustics spielen die etwas andere Weihnachtsmusik

Eingefleischte Wiederholungstäter wie Neueinsteiger hat das Konzert der Gruppe @coustics am 4. und 5. Dezember 2015 nach Enspel gezogen. Dieses Jahr waren gleich zwei Auftritte im Angebot – und der Andrang war beide Male groß: So haben mehr als 250 Menschen in der Alten Schmiede des Stöffel-Parks einen fantastischen Abend erlebt. Nach rund zwei Stunden Programm und einem gemeinsamen Ständchen gingen die Zuhörer nur unwillig – so kurzweilig, viel zu kurz, war das Programm.

Konzert unter Freunden

Wie erwartet war die Atmosphäre von Anfang an locker und angenehm, Fremdeln war überflüssig, man war wie unter Freunden. Das Team vom Stöffel-Park war für diese positive Grundeinstellung mitverantwortlich. Viele fleißige Hände reichten Getränke und Imbiss über die Theke, das flutschte. Für diese netten Menschen gab es immens viel Lob von den Musikern und es wurde ihnen auch ein Wunsch erfüllt – mit „Highway to Hell“.

Von „Power of Love“ bis „Merry Christmas allerseits“

Aber zurück zum Anfang: Die @coustics-Versionen von „Power of Love“ und „Save and Sound“ starteten das musikalische Programm – den zweiten Beitrag begleitete Eddi Stinner (akustische Gitarre, Akkordeon) mit rasender Trompete – und hatte noch genug Luft, um im Backgroundchor einzustimmen. Wow! Bernd Gudernatsch (Cajon, Percussion) gab den Leadsänger dazu. „We Are the People“ und auch die Premiere ihres eigenen Westerwaldliedes war zu erleben. Eine zweite Premiere (für wohl die meisten Zuhörer) gab‘s mit dem Lied „She Loves You“ der Beatles, das hier so ganz anders rüberkam, aufrichtig und ergreifend – und glücklicherweise ohne Ohrwurm. Gudernatsch machte es möglich.

Der Titel „Owner of a Lonely Heart“ wurde erst richtig rund mit dem Ukulele-Einsatz von Henning Bauseler. Und dazu gab es Songs wie „You Can’t Hurry Love“, „Take on Me“ samt Kehlkopfüberschlag nach guter BeeGees-Art. Das Pendant dazu war Stinner – mit seiner schön dreckigen Stimme. „Mad World“: Sehr schön! Viel Spaß und Lacher bewirkte der Titel von Udo Jürgens „Merry Christmas allerseits“. Hier tat sich Stefan Bender hervor, der neben dem akustischen Bass auch die Stimme instrumentalisiert. Die Stimmung war grandios, es gab noch ein paar weihnachtliche Lieder – mal Irisch, mal Englisch, mal Deutsch.

Von Sternensingern, U-Boot-Christen und der Geschenkeschleife

Erzählonkel Martin Steinmann wickelte zwischendurch mühelos das Publikum um den Finger, dass es sich vor Lachen bog. Er erzählte von der Choreografie unterm Tannenbaum, von Sternsingern und U-Boot-Christen (die einmal im Jahr in der Kirche auftauchen) und warnte: Es ist gefährlich, sich über Geschenke zu sehr zu freuen, „sonst hängste drin, in der Geschenkeschleife.“ Dann gibt es für den Rest des Lebens nix anderes mehr.

Weihnachtsgeschichte und Flüchtlingsthema sind ja eigentlich eins. Steinmann sinnierte, ob die Jesus Familie wohl eher Wirtschaftsflüchtlinge waren. „Als Kind habe ich den Herbergsvater für sein Verhalten gehasst“, sagte er. Und gab damit ein ebenso schlichtes wie ergreifendes Statement ab. „Bei der Weihnachtsgeschichte geht’s nicht nur um Familie und Freunde, sondern um alle Menschen“, stellte er fest. Er sprach, als würden ihm die Gedanken gerade durch den Kopf gehen. Der besserwisserische Zeigefinger war nicht zu bemerken. Insgesamt besehen: Sehr heiter bis herzlich.

Es entwickelt sich zur Tradition …

Geschäftsführer Martin Rudolph freute sich, den genesenden Kulturreferenten der Verbandsgemeinde, Joachim Wirth, begrüßen zu können und ebenso Bürgermeister Gerhard Loos. Und recht stolz ist er auch darauf, dass die @coustics im nächsten Dezember wieder die musikalischen Nikolausgehilfen im Stöffel-Park sein wollen. Schon mal auf der Wunschliste vormerken: den 2. und 3. Dezember 2016! (Text: Tatjana Steinhoff)

  Ein Weihnachtskonzert der Extra-Klasse

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