Ein See im Wandel – eine Chronologie

Der Wiesensee hat eine bewegte Geschichte ... die Sie hier nachverfolgen können.

Ende 1971

Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit wurde der Wiesensee durch die Ortsgemeinden Pottum, Stahlhofen am Wiesensee und Winnen im Rahmen des früheren Zweckverbands „Seewiese“ im Jahre 1971 geschaffen und erstmals angestaut.

Wesentliches Ziel der Anlegung des Sees war nach der Satzung des Zweckverbands, „Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs und zur Verbesserung des Landschaftsbildes durchzuführen“.

Insoweit ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zur „Westerwälder Seenplatte“, die seit alters her besteht und im Wesentlichen der natürlichen Entwicklung überlassen blieb.

Juli 1973

Übernahme des Ferien- und Freizeitgebiets „Wiesensee“ durch die Verbandsgemeinde Westerburg mit dem Ziel der Schaffung einer leistungsfähigeren Trägerschaft vor allem im Hinblick auf eine wirkungsvolle Wahrnehmung notwendiger Ordnungsfunktionen im Interesse des Landschafts- und Umweltschutzes sowie für die Fortführung notwendiger Entwicklungsmaßnahmen zur Belebung des Fremdenverkehrs.

1974

Einrichtung eines Naturfreibades mit Liegewiese am Palzhahn in der Gemarkung Pottum sowie Ausbau der Zufahrtsstraße.

1975

Unter Zielsetzung einer breiteren fremdenverkehrlichen Belebung und Stärkung der Gesamtstruktur wurden seit Mitte der 80er-Jahre auf der Grundlage einer Fremdenverkehrsentwicklungs- und Errichtungsplanung Pläne verfolgt, das Beherbergungsangebot am Wiesensee deutlich zu verbessern.

Diese Zielsetzung deckt sich mit den Entwicklungsabsichten des Landesentwicklungsprogramms, nach welchem der Bereich „Wiesensee“ Schwerpunkt der weiteren Fremdenverkehrsentwicklung im Lande ist.

1977

Der bislang kahle Uferbereich zwischen Pottum und Stahlhofen am Wiesensee wurde auf Kosten der Verbandsgemeinde zur landschaftlichen Einbindung des Wiesensees „begrünt“.

1979/1980

Mitwirkung der Verbandsgemeinde zur Schaffung des Landschaftsschutzgebiets „Secker Weiher/Wiesensee“.

1980

Anlegung eines Grillplatzes im Waldbereich „Palzhahn“.

1981/1982

Nach einstimmigen Beschlüssen im Verbandsgemeinderat wurde daher in der Bauleitplanung für den Bereich Wiesensee ein Sondergebiet für eine Hotelanlage sowie für ein größeres Feriendorf ausgewiesen (Flächennutzungsplan Januar 1981, Bebauungspläne der Ortsgemeinden Winnen und Stahlhofen am Wiesensee, im September 1982).

Wesentlich war insoweit auch das Ansiedlungsinteresse einer erfolgreich tätigen Hotelgesellschaft mit einer größeren Zahl bekannter Hotelanlagen im Bundesgebiet. Auch bedingt durch die damals ungünstig verlaufende gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeichnete sich schließlich nur die Möglichkeit ab, ein Feriendorf am Wiesensee anzusiedeln, jedoch erschien es der Gesellschaft nicht vertretbar, ein Hotel zu errichten.

Da das Interesse der Verbandsgemeinde in erster Linie auf die Errichtung eines leistungsfähigen Hotels gerichtet war, wurde der mit der Hotelgesellschaft bestehende Ansiedlungsvertrag aufgegeben, zumal die Risiken für den Betrieb einer Feriendorfanlage erheblich erschienen, wegen der Möglichkeit einer Umwandlung in eine Wochenendhaussiedlung bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten und eine großflächige Bebauung des südlichen Uferbereichs des Sees unter landschaftsbezogenen Gesichtspunkten insoweit nicht vertretbar erschien.

1983

Ausweisung des Surfbereichs auf der sogenannten „Winner Seeseite“ zur Entzerrung und Verbesserung der Sicherheit des Segler- und Surferverkehrs.

1983/1984

Ansiedlung einer privaten Campinganlage im Seebacheinschnitt vor Stahlhofen am Wiesensee um das Freizeitgebiet Wiesensee auch für Camper zu erschließen.

1984

Einsatz eines kleinen Passagierschiffes (Floß) auf dem Wiesensee.

1984/1985

Fortan wurden die Bemühungen in Übereinstimmung mit den Vorstellungen der örtlichen Gastronomie auf die Schaffung einer leistungsfähigen Hotelanlage gerichtet. Wesentlich war insoweit auch, dass es in der Verbandsgemeinde und dem Nachbarschaftsbereich keine Möglichkeit gab, eine größere Zahl von Gästen in einem Unterkunftsbetrieb unterzubringen.

Es fehlte vor allem auch an Möglichkeiten für größere Veranstaltungen und die Freizeitgestaltung für Hotel- und Nichthotelgäste sowie auch die einheimische Bevölkerung, sodass auch die angestrebte sogenannte „zahme Fremdenverkehrsentwicklung“ mit dem Schwerpunkt einer Belebung der privaten Zimmervermietung nur geringe Chancen hat. Erfahrungsgemäß gehen von einer Hotelanlage sogenannte „Lokomotivfunktionen“ für die „kleinere Gastronomie“ aus, sodass mit einer Hotelansiedlung entsprechende Impulse erzielt werden.

März 1986

Der Verbandsgemeinderat stimmte einem Ansiedlungsvertrag mit dem Kaufmann Erwin Bensing, Bad Soden-Salmünster, zur Errichtung eines Sporthotels mit 100 bis 150 Betten zu (einstimmiger Beschluss). In dem Hotelbetrieb sollen ca. 100 Arbeitsplätze zuzüglich ca. 30 Ausbildungsplätze entstehen.

Für die Übernahme des Hotelbetriebs konnte ein Dortmunder Hotelier gewonnen werden, der auf Pachtbasis lange Jahre ein Hotel mit 100 Betten und ca. 80 Mitarbeitern mit bestem Erfolg geführt hatte. Diese machte die Hotelführung entsprechend dem damals erkennbaren positiven Trend für die Entwicklung des Golfsports von der Errichtung einer 18-Loch-Golfanlage abhängig, „da in unserem Gebiet ein ausreichender touristischer Hintergrund für eine erfolgreiche Hotelführung fehle“. Diese Vorstellungen konnten Verwaltung und Rat überzeugen.

Der Golfplatz wurde wesentlich aber auch unter dem Gesichtspunkt für erstrebenswert gehalten, dass diese unter Berücksichtigung der Entwicklung der Sportart einer Region eine besondere Note und Ausstrahlung verleiht, die in Verbindung mit einem soliden Hotelangebot geeignet ist, auch über Sekundäreffekte in den Bereich des Handels, der Dienstleistung, der Dienstleistung und des allgemeinen Gewerbes, vor allem auch unter Gesichtspunkten des Arbeitsplatz- und des Ausbildungsplatzangebots belebende Wirkung zu erzielen und ganz allgemein die Anziehungskraft einer Region zu erhöhen.

Dezember 1986

Unter Verzicht auf das in rechtskräftigen Bebauungsplänen ausgewiesene Feriendorfgebiet stimmte der Verbandsgemeinderat der Schaffung einer 18-Loch-Golfanlage zu, der als „offener“ Golfplatz zugleich für Interessenten aus dem heimischen Bereich sowie für Gäste des Westerburger Lands in anderen Unterkunftsbereichen errichtet werden soll.

Die Anlage soll ohne größere Eingriffe in die Landschaftssubstanz unter Erhaltung der Rundwanderwege um den See geschaffen werden; eine Einzäunung ist nicht vorgesehen. Einen gleichlautenden Beschluss verfasste zuvor auch der Ortsgemeinderat von Winnen.

Zu dem von den insoweit wesentlichen Stellen erklärten Planungsstellen zum Golfplatzprojekt unter Verzicht auf das eine Landschaft stärker beeinträchtigende Feriendorf wurde ein raumplanerisches Verfahren nach § 18 des Landesplanungsgesetzes durchgeführt.

1986/1987

Errichtung einer Segelhafenanlage und Schaffung einer Uferpromenade vor der Ortslage von Pottum. Der Segelsport war seit Anlegung des Wiesensees zugelassen und zunächst im Gemarkungsbereich Pottum am Palzhahn untergebracht. Der Segelbootsport nahm praktisch den gesamten Bereich des Seeufers von der Ortslage Pottum bis zum Palzhahn auf einer Länge von ca. 300 m ein. Mit der Eröffnung des neuen Segelhafens konnte der Segelbootssport zugleich unter Entlastung des relativ langen Uferbereichs in geordneten Bahnen ermöglicht werden.

Mitwirkung der Verbandsgemeinde zur Schaffung des Naturschutzgebiets „Seebacheinlauf“, zugleich begleitende Maßnahmen zur Sicherung des Naturschutzgebiets unter Entfernung einer Brückenverbindung, Umlenkung der Wanderwege.

April 1987

Nach grundsätzlich positiver Beurteilung durch sämtliche sogenannte „Träger öffentlicher Belange“ in einem „Großen Erörterungstermin“ bei der Kreisverwaltung zum Abschluss des Verfahrens, wurde der Golfplatz am 29. April 1987 baurechtlich genehmigt. (Anmerkung: Einer rechtskräftigen Ausweisung der Bauleitplanung bedurfte es unter den gegebenen Verhältnissen nicht).

Der Golfplatz wurde unter der Voraussetzung genehmigt, dass

  1. die Kreisverwaltung eine spezielle Genehmigung nach der Landschaftsschutzverordnung „Secker Weiher/Wiesensee“ unter Berücksichtigung der Umweltverträglichkeit des Vorhabens erteilt.
  2. die Bezirksregierung für die Unterbringung der Bahn 13 in dem neu auf Antrag der Verbandsgemeinde ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Seebachtal“ nach der damals noch in Vorbereitung befindlichen Rechtsverordnung der Bezirksregierung eine Ausnahmegenehmigung erteilt (alternative Möglichkeiten zur Unterbringung der Bahn 13 außerhalb des Naturschutzbereichs wurden auch unter Beteiligung der Vertreter des BUND geprüft, waren aber nicht realisierbar).
Mai 1987

Der bei der Kreisverwaltung als „Untere Landespflegebehörde“ gebildete Kreisbeirat für Landespflege stimmt nach Auswertung einer Umweltverträglichkeitsstudie der Errichtung des Golfplatzes nach der Landschaftsschutzverordnung zu. Entscheidend war auch: Der Wiesensee wurde im Unterschied zur Seenplatte als Freizeitsee geschaffen.

Sommer 1988

Vertragspartner Bensing muss neue Bemühungen zur Gewinnung eines leistungsfähigen Hotelträgers in Gang setzen.

1989

Aufgabe des wirtschaftlich interessanten Fischzuchtvertrags für den See zur Schaffung eines natürlichen Fischbesatzes sowie zur Vermeidung eines auch ökologisch unerwünschten jährlichen Ablassens des Sees, natürlich zugleich auch zur Saisonverlängerung.

1993

Eröffnung des 18-Loch-Golfplatzes am Wiesensee mit 9-Loch-Kurzplatz und Driving-Range.

1995

Feierliche Eröffnung des Hotels „Bensing's Sport- und Gesundheitsakademie am Wiesensee“ mit 140 Betten, Wintergolfhalle, Restaurant und Außenterrasse.

1996

Eröffnung des Seegartens am Hotel Bensing's, unmittelbar in der Uferzone des Sees mit „kleiner Gastronomie“, ein Angebot insbesondere an „eilige Gäste“, Sportler und Wanderer.

Verlegung des Surfstrands und des Kiosks vom Winner Ufer zum Palzhahn.

Juli/Augst 1997

Eröffnung des hoteleigenen Tennisplatzes (2 Freiplätze), eines Sportplatzes sowie eines Hochseilgartens für Managerfortbildungen.

1998

Bedingt durch den Tod des Eigentümers und Betreibers Erwin Bensing wurde das Hotel durch die Lindner Hotelgruppe übernommen. Neuer Name: Lindner Hotel und Sportingclub Wiesensee.

Der Hotelkomplex wurde in Bettenanzahl und im Wellnessbereich umfangreich ausgebaut.

2003

Eröffnung des Blockhauscafés „Café Seewies“ am Winner Ufer mit 80 Sitzplätzen im gemütlichen Innenbereich und 90 Terrassenplätzen. Kurze Zeit später wurde die Polarbar eröffnet, die sich für Veranstaltungen zwischen 20 und 100 Personen eignet.

2009

Eröffnung des neuen Mehrzweckhauses, das auch die Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi) beherbergt.

2010

Weiterer Ausbau des Uferbereichs, Parkplätze werden angelegt.

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