Der „Jedermann“ der „Bergbühne Wallmerod“

Die Theatergruppe „Bergbühne Wallmerod“ präsentiert am Freitag, den 4. September 2015, erstmals ihr neues Stück „Jedermann”. Das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes“ von Hugo von Hofmannsthal. Die Erstaufführung findet um 20 Uhr im Gemeindezentrum in Hahn am See statt. Eine Woche später, am 12. September 2015, wird die Darbietung zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle wiederholt.

Seit der Gründung im Jahre 2013 hat sich die Theatergruppe „Bergbühne Wallmerod“ ständig weiterentwickelt und konnte im vergangenen Jahr bereits bei ausverkauftem Haus eine überaus gelungene Premiere feiern. „Einige Mitglieder mussten uns bedingt durch Studium und Beruf wieder verlassen, andere kamen hinzu“, berichtet Bärbel Vienna-Garn, in deren Händen die künstlerische Gesamtleitung liegt. Als Regieassistent steht ihr Stefan Bubolz zur Seite. Reichlich Erfahrungen auf der Bühne sammelte der 19-Jährige in der Theatergruppe am Konrad-Adenauer-Gymnasium in Westerburg, wo Vienna-Garn bis zu ihrer Pensionierung als Theaterpädagogin fungierte. Sein Talent und seine Leidenschaft für die Schauspielerei stellt der gebürtige Willmenroder diesmal in der Hauptrolle des „Jedermann“ unter Beweis. Erst seit einigen Monaten dabei ist Beatrix Dehio. Die 56-Jährige, die sich schon jetzt auf ihr Bühnendebüt freut, spielt sowohl Jedermanns Mutter als auch die Rolle des Glaubens.

Spielbegeisterte Theaterfreunde

Zu den weiteren Mitwirkenden zählen Sarah Gläßer (Jedermanns Gesellin), Annika Bire (Teufel), Nic Heuser (Tod bzw. armer Geschäftsmann), Pia Heuser, Melissa Löffler (Knechte und Mägde), Jana Heuser (Köchin bzw. Dünne Vetterin) und Katja Riedel (Buhlschaft). Sie sind zwischen 15 und 18 Jahre alt und besuchen noch die Schule oder haben mit Studium bzw. Ausbildung begonnen. Für das gemeinsames Hobby investieren sie gerne einen Teil ihrer Freizeit. Neben dem Einüben der Texte Zuhause kümmern sie sich auch selbst um Kostüme und Requisiten.

Seit Januar treffen sie sich jeden Samstagnachmittag für zwei bis drei Stunden im Scholze-Haus in Wallmerod. „Neue Mitglieder sind bei uns jederzeit willkommen“, rührt Bärbel Vienna-Garn die Werbetrommel. Verstärkung für das nächste Bühnenstück habe sich bereits angekündigt. „Eine Familie aus Dreikirchen, die alle schauspielbegeistert sind“, verrät die Leiterin. Als Sponsor steht ihnen der Kulturförderverein der Verbandsgemeinde Wallmerod im Rücken. Dieser kümmerst sich sowohl um die Organisation der Auftritte als auch um die Übernahme sämtlicher Kosten. „Dazu gehört auch die Pizza nach der Premiere“, freut sich die ganze Gruppe schon auf die Feierstunde im geselligen Beisammensein.

Moderne Inszenierung

„Mit der bearbeiteten Version von Bernd Jerofke können wir unserem Publikum ein modernes und amüsantes Stück präsentieren“, freut sich Bärbel Vienna-Garn, Regisseurin und Leiterin der Gruppe. „Wir haben allerdings die Person des Glaubens wieder eingefügt“, erläutert die erfahrene Theaterpädagogin, ansonsten habe der letzte Akt wenig Sinn. „Schließlich gibt es ohne den Glauben keinen Weg ins ewige Leben“, so die Leiterin.

Wer denkt, dass „Jedermann“ ein verstaubtes Stück ist, der ist auf dem Holzweg. Rockige Szenen wie bei dem Lied „Liebe, Tod und Teufel“ der österreichischen Pop-Rock-Band „Die Erste Allgemeine Verunsicherung“ gehören ebenso dazu wie ein Tango-Tanz. Rund 100 Jahre nach der Uraufführung der mittelalterlichen Geschichte in Berlin wird in der aktuellen Inszenierung der „Bergbühne Wallmerod“ auch das Handy Teil der Tragödie. Durch das Mobiltelefon werden junge Menschen oft zu sprachlosen Statisten degradiert. Licht- und Toneffekte durch erfahrene Techniker sorgen überdies für eine außergewöhnliche Show.

„Das Theaterstück ist sehr unterhaltsam. Die Besucher werden auf ihre Kosten kommen und dürfen sich auf unterhaltsame Stunden freuen“, ist sich Vienna-Garn sicher.

Der Inhalt des Stücks

Bei „Jedermann“ steht das Spiel zwischen Leben und Sterben eines reichen Mannes im Mittelpunkt der Geschichte. Als Gott erkennt, dass die Menschen sich von ihm abgewandt haben, bestellt er den Tod, um ein Exempel für die Menschheit zu statuieren. Er soll den reichen Herrn Jedermann vor das göttliche Gericht bringen, denn dieser verlebt seine Tage damit, in Wohlstand zu schwelgen, der Weiblichkeit nachzustellen und seine Angestellten zu kujonieren. Erst als der Tod auftaucht und auch der Teufel Anspruch auf Jedermanns Seele erhebt, erkennt dieser, wie verwerflich seine Lebensführung war. Innerhalb einer Stunde soll er sich einen Begleiter suchen, der seine Angst mindern kann und mit ihm vor das Ewige Gericht tritt. Doch dem egozentrischen Jedermann fehlen irdische Freunde ....

Nur Glaube und aufrichtige Reue über sein sinnentleertes und verfehltes Leben können seine Lebensführung vor Gott rechtfertigen. In einem zähen Kampf stoßen Teufel und Glaube aufeinander... Doch gerettet werden kann er nur durch die Gnade Gottes.

Kartenvorverkauf

Der Kartenvorverkauf findet ab dem kommenden Montag, 24. August 2015, bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Wallmerod und bei der NASPA in Wallmerod statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene im Ververkauf EUR 7 und für Kinder und Jugendliche EUR 3 und an der Abendkasse EUR 8 bzw. EUR 4. Die Vorführung dauert (inkl. Pause) ca. 2 Stunden. Veranstalter ist der Kulturförderverein der Verbandsgemeinde Wallmerod. (Text und Foto: Ulrike Preis)

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