Wanderung zum knusprigen Brot

Es war alles Bestens für die zehnte Auflage der Backeswanderung vorbereitet, die nach Gershasen führte. Herrliches Wanderwetter und eine bestens durchorganisierte Wanderstrecke rund um Westerburg luden wieder zu dieser beliebten Wanderung ein. Doch entgegen den über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vergangenen neun Jahre ließen sich in diesem Jahr „nur” knapp über 30 Wanderfreunde an den Bahnhof von Westerburg locken. „Darunter viele 'Wiederholungstäter', aber auch Wanderer, die zum ersten Mal auf die Strecke gingen und dazu viele junge Wanderer”, ließ sich Organisator Martin  Rudolph zu Beginn der Wanderung entlocken.

Mit Willi Kachler an den Kauten vorbei 

Dieser hatte wieder den erfahrenen Wanderführer Willi Kachler vom Westerwald-Verein Westerburg engagiert, der zu Beginn auf die Strecke aufmerksam machte. Diese wurde in diesem Jahr nicht durch den Wald gelegt, „da Gefahr durch herabstürzende Äste besteht”. Aber auch ohne die Waldpassagen war die Strecke ansehnlich und führte unter anderem zur Wehrkirche auf dem Schönberg bei Kölbingen, wo auf die Gruppe ein Apfelpunsch als Verpflegung wartete.

Weiter ging es vorbei an den „Kauten”, in denen früher der Tuffstein abgebaut wurde, der zum Bau von Backesöfen benötigt wurde. Weiter ging es dann zum Backesmuseum in Gershasen, wo unzählige Frauen wieder alles für die Wandergruppe vorbereitet hatten.

Backen nach Augenmaß

Und hier war nicht nur der Backofen aufgeheizt. Auch wurden wieder Tage vorher die leckeren Roggenmischbrote und der leckere Griesplatz gebacken. Seit 10 Jahren dabei sind Hildegard Mengen und Irmhild Freund, die „nach Augenmaß” den Backofen aufheizen. „Mit den Jahren weiß man das”, war die knappe Antwort auf die Temperatur, die im Backofen herrschen müsste. Sie erinnerten sich an die Zeit um das Jahr 1949, als im Dorf noch Brot im Backes für die Bewohner von Gershasen gebacken wurden. „Da wurde gelost, wer zuerst dran kam, und am Samstag gab es dazu Blechkuchen.”

Zum guten Schluss gab es Brot und Kuchen 

Blechkuchen, aber auch viele mit herzhafter Wurst geschmierte Brote gab es dann am Ende der Wanderung für die Backeswanderungteilnehmer. Zum ersten Mal dabei war Werner Steidl aus Frickhofen, der gemeinsam mit seiner Frau Gabi an dieser Wanderung teilnahm und ganz begeistert war. Auch ihm schmeckten am Ende der angebotene Imbiss, und er ließ sich noch zu einer Führung durch das Backesmuseum einladen. Am Ende waren die vielen Backesbrote wieder an die Wanderer verkauft und auch das Feuer im Backes erlosch. 

(Fotos und Text: Klaus-Dieter Häring)

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